Haltung von Nymphensittich, Wellensittich, Kanarienvogel etc

Vögel werden seit Jahrhunderten vom Menschen in großer Anzahl gehalten und gezüchtet. Man erfreut sich an ihrem Gesang, ihrem farbenprächtigen Gefieder oder auch einfach an ihrem geselligen Wesen.

Leider wird dabei häufig übersehen, dass den Vögeln in der Natur ein großer Lebensraum zur Verfügung steht. Eine Haltung in Gefangenschaft in zum Teil kleinen Käfigen steht im krassen Gegensatz zu diesem freien Leben. Waldvögel und Exoten, die der freien Natur entnommen wurden, leiden unter der Enge des Käfigs und sind für die Haltung in Gefangenschaft ungeeignet.

Man sollte sich nicht durch den Kauf eines solchen Tieres, auch nicht aus Mitleid, an dieser Tierquälerei beteiligen.

Zu den Vögeln, die seit langem nachgezüchtet werden, gehören Wellensittiche und Kanarienvögel, die in unterschiedlichen Farbvarianten zu haben sind. Leider gibt es bei Kanarienvögeln mittlerweile sogenannte Qualzüchtungen, d. h. bestimmte Körpermerkmale werden angezüchtet, weil sie von einigen Züchtern als besonders schön oder exotisch angesehen werden. Jedoch verursachen sie den Vögeln ein lebenslanges Leiden. Hierzu zählen z. B. Buckel- oder Stelzkanarienvögel. Solche Extremzüchtungen sollten nicht durch Kauf unterstützt werden.

Die Wildform der Kanarienvögel ist auf den Kanarischen Inseln zu finden, während der Wellensittich ursprünglich aus Australien stammt. Bei beiden handelt es sich um gesellig lebende Vögel - Wellensittichschwärme in Australien können aus hunderten von Tieren bestehen. Sie sollten daher möglichst nicht alleine gehalten werden.

Wer sich solche Vögel ins Haus nimmt, muss sich über die Bedürfnisse der neuen Hausgenossen im klaren sein und darf sie nicht als Spielzeug für kurze Zeit betrachten. Man muss wissen, dass diese Kleinvögel etwa 10 - 12 Jahre alt werden können.

Es ist wichtig, das Vertrauen der Tiere zu gewinnen und ihnen zu helfen, sich in ihre neue Umgebung einzugewöhnen. Die Umgebung der Vögel besteht zunächst aus einem Vogelkäfig, der so groß wie irgend möglich sein sollte. Da das Fliegen für die Vögel eine Notwendigkeit ist, müssen sie im Käfig wenigstens ein paar Flügelschläge machen können, wenn sie sich von einer Stange zur anderen bewegen. Dadurch werden die Muskeln gekräftigt, Atmung und Kreislauf verbessert und gesund gehalten.

Auch wenn der Käfig noch so geräumig ist, benötigen Kanarienvögel und Wellensittiche täglich viel freien Ausflug in der Wohnung. Zur Futteraufnahme kehren die Tiere von selbst in den Käfig zurück. Während des Freiflugs müssen alle Fenster geschlossen sein, denn entflogene Stubenvögel finden nicht mehr zurück. Aber auch in der Wohnung lauern unter Umständen Gefahren für die kleinen Tiere. So ist darauf zu achten, dass sie nicht an giftigen Zimmerpflanzen wie z.B. Efeu, Diefenbachia o.a. knabbern können.

Spalten zwischen Wand und Möbeln oder auch Ziergefäße wie etwa Vasen können zu Fallen werden, aus denen sich die Vögel nicht mehr selber befreien können. Brennende Kerzen, heiße Herdplatten oder offene Kochtöpfe mit heißen Speisen sind weitere Gefahrenpunkte, und es sind auch schon Vögel in mit Wasser gefüllten Gefäßen wie Blumengießkannen oder Raumbefeuchtern ertrunken. Der Freiflug in der Wohnung sollte daher immer unter Aufsicht erfolgen.

Wie groß sollte der Käfig sein und was gehört hinein?
Wellensittiche und Kanarienvögel sind gesellige Tiere und langweilen sich leicht, wenn sie keine Möglichkeit zu Sozialkontakten haben. Die Einzelhaltung solcher Vögel ist nicht artgerecht, sie müssen zumindest paarweise gehalten werden. Dies macht selbstverständlich die menschliche Zuwendung, Pflege und Fürsorge nicht überflüssig. Der Käfig sollte mindestens 75 cm lang sein, weil erst bei einem Stangenabstand von 45 cm die Entfernung fliegend und nicht mehr hüpfend von den Vögeln überwunden werden kann. Der Abstand der Sitzstangen von den Käfiqwänden sollte mindestens 15 cm betragen, damit die Vögel beim Landen nicht gegen das Gitter stoßen bzw. sich beim Sitzen nicht die Schwanzfedern beschädigen.

Metallkäfige sind immer zu bevorzugen, weil sie leichter zu reinigen sind. Die Käfige sollten keinen unnötigen Zierrat haben, an dem die Vögel leicht einen Fuß oder Flügel einklemmen können. Ein tiergerechter Käfig ist rechteckig, breiter als hoch, die Gitterstäbe sind aus nicht reflektierendem Metall und quervergittert, damit sich die Vögel auch daran festhalten können. Rundkäfige bieten den Tieren keine Orientierungsmöglichkeit und sind daher abzulehnen.

Eine besonders tiergerechte und zudem auch optisch ansprechende Alternative ist die Errichtung einer geräumigen Zimmervoliere, in der mehrere Vögel fliegen können und die mit Ästen und Zweigen von ungiftigen Bäumen, einer flachen Schale als Vogelbad und weiteren Beschäftigungsmöglichkeiten für die Tiere attraktiv gestaltet werden kann.

Zur Innenausstattung des Käfigs gehören Trinknapf und Futternapf, die regelmäßig gesäubert werden müssen, eine "Badewanne" für das tägliche Bad, mehrere Sitzstangen verschiedener Dicke, sowie Frucht- und Gemüsehalter.

Spielzeug wie z. B. eine Schaukel, eine Glocke und ein Spiegel, ist bei Vögeln außerordentlich beliebt. Allerdings darf der Spiegel nicht als Ersatz für den fehlenden Artgenossen angesehen werden. Spielzeug muss so im Käfig angebracht werden, dass die Vögel sich daran nicht verletzen können und ihre Flugmöglichkeit dadurch nicht eingeschränkt wird.

Besser als die genau waagerechten, sauber abgedrehten, runden Sitzstangen sind frische Zweige verschiedener Laubbäume, wie Weide, Pappel, Holunder oder von Obstbäumen. Die Zweige müssen vorher gut abgewaschen werden, um zu vermeiden, dass Rückstände von Pflanzenschutzmitteln das Leben unserer Lieblinge gefährden. Durch die unterschiedliche Dicke der Zweige wird einer einseitigen Belastung der Füße und somit Sohlengeschwüren und Gelenkschäden vorgebeugt, außerdem dienen sie der natürlichen Abnutzung der Krallen. Die Stangen sollen als Dreisprung, also Hoch-Tief-Hoch angebracht sein. Die unteren Sitzstangen bzw. Zweige sollten so angeordnet sein, dass sie vom oben sitzenden Vogel nicht beschmutzt werden können.

Zweimal in der Woche muss der Käfig gereinigt werden, in dem der Bodensand ausgewechselt wird und die Sitzstangen abgewaschen werden. Vogelkäfige, deren Boden man, wie eine Schublade, mit dem verschmutzten Sand zur Reinigung herausziehen kann, sind sehr praktisch, da die Vögel kaum durch das Reinigen gestört werden.

Standort des Käfigs
Der Standort, den man für das Vogelheim wählt, muss ruhig, luftig und sonnig sein. Allerdings darf der Käfig weder im Luftzug, noch in der prallen Sonne stehen; dies würde der Gesundheit der Tiere sehr schaden. Die Vögel benötigen eine schattige Ecke, in die sie sich zurückziehen können. Im Raum sollte eine normale Zimmertemperatur von 18 bis 20 °C herrschen. Da Vögel ihre Umgebung am liebsten von oben betrachten, sollte der Käfig auf einem erhöhten Standort stehen. Eine geschlossene Wand auf einer Käfigseite gibt den Vögeln ein zusätzliches Gefühl der Sicherheit.

Umgang mit Vögeln
Bei guter Pflege und liebevoller Behandlung können Wellensittiche und Kanarienvögel sehr zahm und zutraulich werden. Die Tiere gewöhnen sich um so schneller an einen Menschen, je ruhiger man mit ihnen umgeht. Also schnelle Bewegungen und lautes Anreden vermeiden. Durch gleichbleibenden, freundlichen Zuspruch und ruhige Bewegungen kann die natürliche Zurückhaltung der Vögel überwunden werden.

Leckerbissen, die man zuerst ans Käfiggitter steckt, können später vor der offenen Käfigtür auf einem langstieligen Löffel und schließlich auf der Hand angeboten werden.

Wenn sich ein Vogel nähert und das Futter annimmt, sollte man allerdings nicht versuchen, ihn zu fangen, weil er das gerade gewonnene Vertrauen gleich wieder verlieren würde.

Auch bei Haltung mehrerer Vögel kann man durch entsprechend intensive Beschäftigung erreichen, dass die Tiere zahm werden. Die Begründung, dass sich ein einzeln gehaltener Wellensittich enger an seinen Menschen anschließt als vergesellschaftete Vögel, stimmt so nicht und darf auch nicht als Entschuldigung gelten, um einen solchen Schwarmvogel alleine zu halten. Die Tiere suchen notgedrungen den besonders engen Kontakt zum Menschen, um überhaupt Gesellschaft zu haben. Wer jedoch einmal das gesellige Treiben mehrere Wellensittiche beobachtet hat, ihr fröhliches Spiel, das angeregte Gezwitscher und die gegenseitige Körperpflege, der wird sich an einem traurigen Einzelvogel nicht mehr erfreuen können. Auch mehrere Kanarienvögel lassen ihre melodischen Gesänge hören, wenn auch nicht ganz so intensiv wie ein Einzelvogel - dieser singt sein ganzes Leben lang vergeblich in dem Bemühen, einen Artgenossen anzulocken.

Wer sich Vögel aus ehrlicher Liebe zum Tier hält, wird seine eigenen Bedürfnisse zurückstellen und seinen gefiederten Freunden ein möglichst artgerechtes Leben unter Artgenossen ermöglichen.

Ernährung
Wellensittiche sind Körnerfresser. Gute Spezialmischfutter für Wellensittiche, die aus verschiedenen Hirsesorten, Hanf und geschältem Hafer bestehen, sind im Handel erhältlich. Körnermischungen sollten nicht nur gereift, sondern auch unreif, gequollen und gekeimt den Vögeln angeboten werden.

Täglich benötigen Wellensittiche Grünfutter, z. B. gut gewaschene Salatblätter, Endivien, geriebene Möhren, rohe Salatgurkenscheiben usw. Eine Sepia-Scheibe bzw. ein Kalkstein versorgen die Vögel mit lebenswichtigen Mineral Stoffen. Nicht vergessen darf man, den Vögeln Grit (ein käufliches Gemisch aus Kies- und Muschelgrus) bzw. Muschelsand auf den Boden des Käfigs zu geben, weil dies zur Verdauung notwendig ist.

Der Futternapf der Wellensittiche muss ständig gefüllt sein, denn ein halber Tag ohne Futter kann schon zum Tod führen. Bei der Verwendung von Futterspendern besteht die Gefahr, dass die Öffnung durch Körner verstopft, was vom Halter oft nicht sofort bemerkt wird. Zur Kontrolle müssen leere Hülsen täglich abgeblasen und durch frisches Futter ersetzt werden.

Um einer gefährlichen Schilddrüsenvergrößerung vorzubeugen, sollte ein Markenfuttermittel verfüttert werden, das den für Wellensittiche erforderlichen Jodbedarf abdeckt.

Frische, gewaschene Zweige von ungiftigen Bäumen (z. B. Obstbäume) können nicht nur als Sitzstangen verwendet werden, sondern dienen den Wellensittichen auch zum Beknabbern der Rinde und müssen daher regelmäßig ausgetauscht werden. Frisches, sauberes Wasser muss immer zur Verfügung stehen.

Kanarienvögel sind ebenfalls Körnerfresser - man erhält im Handel sehr gute Körnermischungen für Kanarienvögel mit den notwendigen Proteinen. Um zu sehen, wieviel der täglichen Ration die Vögel gefressen haben, sollte man täglich die übriggebliebenen Hülsen im Futternapf vorsichtig wegblasen. Das Körnerfutter muss durch ein Stück Apfel, gut abgewaschenen Salat, Endivien, Birne, Banane oder Weintrauben ergänzt werden. Für die Gesundheit des Vogels ist es wichtig, das Grünfutter gut zu waschen, bevor man es verfüttert. Genau wie die Wellensittiche benötigen Kanarienvögel Grit zur besseren Verdauung der Körner.

Auch ein Stück Tintenfisch-Schulp, der Kalk enthält und an dem die Vögel ihren Schnabel wetzen können, muss immer vorhanden sein. Das Trink- und Badewasser muss täglich ausgewechselt werden.

Die Mauser Der jährliche Wechsel der Federn und des Flaums, Mauser genannt, findet in den Monaten August oder September statt. Während das Ausfallen der Federn sehr rasch erfolgt, dauert das Nachwachsen etwa 6 Wochen. In dieser Zeit brauchen die Vögel Ruhe und dürfen keiner Zugluft ausgesetzt werden. Außerdem muss die Futtermischung jetzt besonders viele Vitamine und Mineralstoffe enthalten.

Krankheiten
Anzeichen einer Erkrankung eines Vogels sind z. B.:

- Änderung seiner Stimme und seines Verhaltens
- struppiges Federkleid (außerhalb der Mauser)
- Appetitverlust bzw. Sitzen vor dem Futternapf ohne Nahrungsaufnahme
- Nachlassen der Lebhaftigkeit, verlangsamte Reaktionen auf angstauslösende Faktoren
- Aufgeplustertes Gefieder
- Schwanzwippen synchron zur Atmung
- Sitzen auf dem Boden
- Seitwärtsdrehen des Kopfes und häufiges Verbergen des Kopfes unter dem Flügel.

Die Vögel können auch von Ungeziefer, z. B. der roten Vogelmilbe, den Federlingen, Hautmilben und Kalkbeinmilben befallen werden. Bei starkem Milbenbefall magern die Tiere ab; mit speziellen Mitteln können sie von dem Ungeziefer befreit werden.

Bei Krankheitsanzeichen muss ein Vogel umgehend einem Tierarzt vorgestellt werden. Nimmt das kleine Tier nicht ständig und ausreichend Nahrung auf, so bricht sein Stoffwechsel bereits nach kurzer Zeit zusammen, und der Vogel stirbt. Als Erste-Hilfe-Maßnahme sollte dem Tier zunächst eine Wärmequelle, z. B. in Form einer Rotlichtlampe, angeboten werden. Dabei ist darauf zu achten, dass der Vogel dem Wärmekegel auch ausweichen kann, wenn es ihm zu warm wird.

Viele Vogelkrankheiten können vermieden werden, wenn der Käfig sehr sauber gehalten wird, nicht in der Zugluft steht und die Vögel eine richtige Ernährung und rücksichtsvolle Behandlung erfahren.

Grundsätzlich sollte bedacht werden, dass man mit der Anschaffung eines Tieres die Verantwortung für dessen Leben und Wohlergehen übernimmt. Kinder können eine solche Verantwortung nicht alleine tragen, sie müssen den richtigen und verantwortungsvollen Umgang mit den Mitgeschöpfen erst erlernen und sollten daher nur unter der Aufsicht Erwachsener mit der Pflege und Versorgung von Tieren betraut werden. Allerdings ist die beaufsichtigte Versorgung eines eigenen Tieres ein guter Weg für Kinder, Verantwortung zu erlernen!

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Verfasser unbekannt