Artgerechte Haltung von Frettchen

An dieser Stelle möchten wir uns ganz herzlich bei Jana Klink bedanken, die uns freundlicherweise den Text zur artgerechten Haltung von Frettchen geschrieben und zur Verfügung gestellt hat.

Allgemeines
Erstmal: Frettchenhaltung ist alles andere als einfach und sollte nicht unterschätzt werden. Und nie sollte man ein Frettchen alleine halten, das ist Tierquälerei. Sie können 8 bis 10 Jahre alt werden, doch durch die teilweise starke Überzüchtung liegt ihre Lebenserwartung im Schnitt etwa bei 6 Jahren, denn die Anfälligkeit für Krebs ist sehr stark. Die Monatskosten für zwei Frettchen betragen etwa 50 Euro, die Tierarztkosten nicht mit eingerechnet.

Frettchen leben seit mehr als 2500 Jahren in Menschenhand. Anders als oft behauptet handelt es sich bei ihnen um domestizierte Haustiere, somit sind sie in der freien Wildbahn weder anzutreffen, noch überlebensfähig. Das Frettchen ist die domestizierte Form des Waldiltisses, also handelt es sich bei ihm um einen reinen Fleischfresser, einen Carnivoren, dies sollte bei der Ernährung beachtet werden. Anders als Hunde haben Frettchen noch sehr viel "Wildtier" in sich und neigen deshalb kaum zu dem Gehorsam eines Hundes. Man kann sie zwar auf ihren Namen dressieren, doch kommen werden sie nur, wenn sie einen Vorteil darin sehen. Sie sind äußerst agil und immer aktiv, wenn was los ist. Frettchen spielen sehr gerne und verhalten sich dabei ähnlich wie Katzen. Beim Spiel zwicken Frettchen oftmals und man sollte nicht allzu zimperlich sein, wenn sie mal fester beißen. Denn das ist nicht bösartig gemeint, sondern eine Spielaufforderung. Frettchen kann man auf verschiedene Weise unterbringen. Man kann sie drinnen und draußen halten. Dabei gilt es folgendes zu beachten:

Innenhaltung
Die reine Lauffläche des Käfigs sollte pro Pärchen mindestens 2 m² betragen, je mehr desto besser. Der Käfig kann mehrere Etagen haben, diese sollten eine Höhe von 60cm aber nie unterschreiten, da die Tiere sonst nicht in der Lage sind sich aufzurichten. Bei Frettchen handelt es sich keinesfalls um sogenannte "Käfigtiere", deshalb ist täglicher Auslauf in einer gesicherten Wohnung oder eines Zimmers eine Grundvoraussetzung. Mindestens drei Stunden sollten es sein, aber auch hier gilt: Je mehr desto besser.

Der Käfig sollte mit verschiedenen Spielsachen ausgestattet sein, damit die Frettchen eine Beschäftigung haben. Röhren sind sehr beliebt, aber auch Hängematten, Buddelkisten und Kratzbäume finden großen Anklang. Ebenso wie Katzenspielzeug wie z.B eine Katzenangel oder Klingelbälle. In der Regel ist das Spielzeug besonders beliebt, welches den meisten Krach macht. Als Schlafplätze eigenen sich Hängematten, Katzenkörbchen, Höhlen etc.

Ein Frettchenkäfig darf keinesfalls mit Streu gefüllt werden. Denn die Einstreu kann mit gefressen werden und zu einem tödlichen Darmverschluss führen. Als Bodenbelag eignen sich am besten Fliesen, PVC oder beschichtetes Holz. Das alles ist leicht sauber zu halten und kann auch feucht abgeputzt werden. Zudem ist es möglich Frettchen an ein Katzenklo zu gewöhnen und dieses wird dann regelmäßig genutzt. Da Frettchen in dieser Hinsicht aber ziemlich faul sind, sinkt die "Klo-Treffer Quote" je weiter das Frettchen sich von der Toilette entfernt. Deshalb sollten mehrere aufgestellt werden. Als Streu eignet sich am besten staubarmes, feines Klumpstreu, da es den Geruch am besten bindet. Besonders empfehlenswert ist bei der Innenhaltung die Unterbringung in einem Frettchenzimmer. Hier haben die Frettchen den ganzen Tag über Auslauf und können sich austoben.

Außenhaltung
Die Mindestfläche für ein Außengehege beträgt 10 m² für ein Pärchen. Das Gehege muss von allen Seiten geschlossen sein. Deshalb ist es empfehlenswert, den Boden mit Waschbetonplatten auszukleiden, oder ein Gitter zu verlegen. Frettchen passen durch die kleinsten Ritzen und haben einen ausgesprochenen Freiheitsdrang, deshalb sollte das Gehege sorgfältig gesichert werden.

Für den Winter wird eine isolierte Schlafbox benötigt und im Sommer muss besonderes Augenmerk darauf gelegt werden, dass den Frettchen nicht zu warm wird. Denn sie verkraften Hitze nicht so gut und könnten sterben. Als Abkühlung eignet sich ein kleines Schwimmbecken, man kann die Schlaftücher nass machen, Eiswürfel ins Trinkwasser legen und für genügend Rückzugsmöglichkeiten und Schatten sorgen. In dem Gehege sollte sich eine Hütte oder ähnliches befinden, in die sich die Frettchen bei Regen zurückziehen können. Als Spielsachen eignen sich die gleichen Sachen wie bei der Innenhaltung. Zusätzlicher Auslauf wird bei einem Gehege in ausreichender Größe nicht benötigt.

Ernährung
Bei Frettchen handelt es sich um reine Fleischfresser. Obst und Gemüse sollte deshalb sehr selten- am besten gar nicht verfüttert werden. Denn Frettchen können pflanzliches ohnehin nicht verdauen, es sei denn es ist bereits vorverdaut wie z.B der Darminhalt von Rind oder Kaninchen. Frettchen haben einen sehr kurzen Darmtrakt, deshalb sollte Futter immer zur freien Verfügung bereit stehen.

Hierbei eignet sich Trockenfutter am besten, da es nicht so schnell verdirbt. Als Trockenfutter kann man das für Katzen oder extra für Frettchen nehmen. Man sollte drauf achten, dass es einen möglichst hohen Fleischanteil enthält und dass kein Zucker oder andere Lockstoffe vorhanden sind. Ein gutes Futter sollte einen möglichst hohen Anteil an Protein und Fett haben, mindestens 30% Protein- und 20% Fettgehalt sind ein Muss. Neben Trockenfutter sollte noch rohes Fleisch und Nassfutter gefüttert werden.

Beim Nassfutter eignet sich ebenfalls das für Katzen und das für Frettchen. Wieder sollte es einen hohen Anteil an Protein und Fett enthalten, außerdem nichts Pflanzliches und keinen Zucker oder Karamell. An Fleisch kann alles gefüttert werden außer Schwein, da Schweinefleisch roh einen Virus enthalten kann, der für Frettchen tödlich ist. Beispielsweise kann Rind, Wild (kein Wildschein!), Kaninchen, Geflügel und Seefisch gefüttert werden. Süßwasserfisch enthält Thaminase, was Vitamin B1 spaltet und zerstört, deshalb sollte er nicht verfüttert werden.

Es können Innereien und Muskelfleisch gefüttert werden, Leber und andere Filterorgane sollten wegen der Giftstoffe aber nicht öfter als einmal in der Woche gegeben werden. Wünschenswert ist es ganze Futtertiere wie Mäuse oder Eintagsküken zu verfüttern. Natürlich tot, da eine Lebendfütterung nicht notwendig ist und es sich um pure Tierquälerei handeln würde, die Tiere lebend zu verfüttern. Eintagsküken sollten nicht öfter als einmal pro Woche gegeben werden, da sie viel Eigelb enthalten.

Neben Trockenfutter, Nassfutter, Fleisch und Futtertieren, kann man gelegentlich auch ein Eigelb geben, zuckerfreie Katzenleckerlies und man kann pflanzen Öl wie z.B Olivenöl über das Futter geben, was für ein schönes Fell sorgt.
Wichtig ist, dass man kein Hundefutter füttert, da es von der Zusammensetzung nicht geeignet ist und kein Taurin enthält, was für Frettchen essentiell ist.

Wichtiges
Frettchen sollten einmal jährlich gegen Staupe und Tollwut geimpft werden. Bei der Staupe-Impfung gibt es nur einen für Frettchen zugelassen Impfstoff, der Febrivac Dist heißt. Einmal im Monat werden die Krallen geschnitten und die Ohren gesäubert. Zum Ohren säubern kann man ein spezielles Präparat zum reinigen beim Tierarzt kaufen, aber normales Speiseöl ist ebenfalls geeignet.

Gibt man beim Ohren säubern oder Krallenschneiden etwas Vitapaste wird die Prozedur ungemein erleichtert, da die Frettchen dann still halten. Wichtig ist außerdem, dass die Frettchen kastriert werden. Sowohl Rüden als auch Fähen. Kastriert man eine Fähe nicht kann sie in die Dauerranz kommen, welche tödlich enden kann. Unkastrierte Rüden verhalten sich gegenüber Artgenossen oftmals aggressiv und nehmen einen starken Eigengeruch an. Wenn Sie in einer Mietswohnung wohnen sollten sie vorher mit ihrem Vermieter absprechen, ob sie Frettchen halten dürfen und diese dann in dem Mietvertrag aufnehmen.

Anschaffung
Kaufen Sie sich ein Frettchen niemals in der Tierhandlung, auf Märkten oder bei sogenannten "Vermehrern". Vermehrer sind Leute die Tiere möglichst billig züchten und diese dann, oftmals krank, teuer verkaufen. Solche Tiere sind oft in ihrem Verhalten gestört, krank und haben aufgrund von schlechter Ernährung in den ersten Lebenswochen eine geringe Lebenserwartung. An einem solchen Tier werden sie keine Freude haben. Ein guter Züchter wird ihnen all seine Tiere zeigen, seine Tiere impfen und chippen und einen Schutzvertrag aufsetzen.

Außerdem ernährt er seine Tiere hochwertig und behält all seine Tiere, auch wenn sie nicht mehr zuchttauglich sind. Schauen Sie sich alles genau an und vergleichen Sie gegeben falls mehrere Züchter miteinander ehe Sie sich für ein Tier entscheiden. Allerdings sollte der erste Weg immer zum Tierheim, oder einer Frettchenhilfe gehen. Denn dort suchen viele Frettchen ein Zuhause und für Anfänger sind erwachsene Tiere meistens besser geeignet. Da Welpen noch einer Erziehung bedürfen, die nicht immer einfach ist und nicht unterschätzt werden sollte.

Und zum Schluss eine kleine Geschichte, die das Verhalten von Frettchen etwas verdeutlicht:

Wenn sich die Tür öffnet
Sobald ich die leisen Schritte auf der Steintreppe vernehme, verzieht sich mein Gesicht zu einem frechen Grinsen. Ich höre sie immer, egal, wie viel Mühe sie sich gibt leise zu sein. Ihre plumpen, menschlichen Schritte sind einfach zu laut und ungehobelt. Keine Ahnung wie sich Menschen so ohne jegliche Eleganz bewegen können.

Ich glaube, ihnen fehlt einfach das Feingefühl, oder es liegt an ihren schlechten Ohren. Vielleicht hören sie ihr ungehobeltes Traben selbst ja gar nicht. Hastig versuche ich von dem Kratzbaum herunter zu klettern, auf meine übliche Weise. Lässig nehme ich Anlauf und schwinge mein Hinterteil ächzend über die Kante. Dann krabbele ich rückwärts und schaukle vorsichtig hin unter her, bis ich mich nur noch mit meinen Vorderpfoten halte.

Komischer Weise muckern die Menschen immer lauthals, wenn sie meine ausgefeilte Technik beobachten. Die sind ja nur neidisch, genauso wie Tommi und Tara, diese Normalos. Die wissen gar nicht, was für ein aufregendes Kribbeln, der akrobatische Sturz in die gepolsterte Röhre mit sich bringt. Der Aufprall presst mir wie üblich alle Luft aus den Lungen, doch es hat sich gelohnt. Pfeilschnell schieße ich wie eine Raubkatze auf die geschlossene Tür zu. Erst wenige Sekunden sind vergangen. Sie ist vor der Tür. Jetzt kommen auch Tara und Tommi, die endlich aufgewacht sind. Ein Wunder, dass sie überhaupt so flott waren.

Knarrend öffnet sich die Tür einen Spalt und wir quetschen uns alle gleichzeitig durch die immer größer werdende Ritze. Jubelnd galoppiere ich ins Freie, nicht ohne vorher noch einmal kräftig um mich zu zwacken. Ich bin hier der Boss, es soll bloß Niemand versuchen den Moment meiner Unaufmerksamkeit dazu auszunutzen, die ganze Paste für sich selbst zu beanspruchen. In atemberaubender Geschwindigkeit renne ich zu dem Schuhregal, nicht ohne wie ein Flummi umher zu springen und meinem Menschen ein Kichern zu entlocken. Ein paar mal knalle ich in voller Fahrt gegen Wände und Türrahmen, doch als ganzer Kerl lasse ich mir nichts anmerken. Ich bin doch das Vorbild für alle hier, wie sie schmachtend zu mir aufsehen. Endlich habe ich die Schuhe erreicht, brüllend stürze ich mich auf sie und prügle ihnen den Respekt ein, den ich verdiene.

Dann springe ich wild muckernd auf Tara und Tommi zu und benutze sie als Trampolin, wenigstens dazu sind die gut. Und na ja ... mit Tommi kann man auch wohl spielen. Der schimpft jedenfalls nicht sofort, wie Tara die immer kreischt wie am spieß, als würde ich sie meucheln wollen, oder sie faucht und zeigt mir die kalte Schulter, aber besser so als keine Reaktion, oder? Lockend geht unser Mensch vor uns in die Knie und klatscht verführerisch. Ich bin geschmeichelt, dass sie sich verbeugt, obwohl das ja eigentlich selbst verständlich ist. Ihrem Ruf kann man kaum widerstehen, alle kommen wir mit leeren Blicken angerannt und sie nimmt uns einer nach dem anderen hoch.

Schade, dass sie so wachsam geworden ist, es gibt kaum noch eine Gelegenheit wo ich ihr ins Gesicht springen kann. Menschen quietschen doch immer so toll, wenn man seine rasiermesserscharfen Fänge in ihren Augenbrauen versenkt. Erbarmungslos packt sie uns alle wieder in unser Zimmer und rauft noch eine Weile mit uns, dann putzt sie. Ich liebe es in dem Putzeimer zu tauchen, dass Wasser ist auch immer extra für mich aufgeheizt. Nach dem putzen ist unser Reich immer schon sauber, ohne die Federn, die Tara, Tommi und ich nicht von dem Boden kratzen können. Diese Küken sind aber auch immer zu doof, man kann sie gar nicht lang schütteln, immer spritzen die überall hin.

Aber lecker sind die und weich. Nach dem Mahl, kuschele ich mich mit den anderen in die Hängematte aus feinstem Stoff, natürlich nur, damit ich es schön warm habe. Mann, war der Tag wieder Ereignisreich. Ich gähne lauthals und entblöße dabei eine Reihe meiner Naderspitzen Zähne, dann schließe ich die Augen und falle in den tiefen Nebel der Träume.


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